Christian Zündel

Der ursprünglich aus der Deutschschweiz stammende Christian Zündel gehörte zu jenen Intellektuellen mit akademischer Ausbildung, die in den achtziger Jahren das önologische Potenzial im Tessin erkannten und sich von der Tradition im Bordeaux, etwa mit dem Ausbau des Weins im Barrique, inspirieren liessen. Heute wird  Christian Zündel von Tochter Myra unterstützt. Nach einer Winzerlehre, unter anderem auf La Maison Carrée, ist sie zuhause in den Familienbetrieb eingestiegen. Vater und Tochter teilen sich nun in die Arbeiten im Rebberg und Weinkeller.

Zweite Veränderung: nachdem der Chardonnay Dosso wegen einer Rebkrankheit nicht mehr hergestellt wird, ist wieder Zündels Weinikone Orizzonte in die Schatzkammer von MDVS eingetreten. Der legendäre Merlot ist über die Jahre sanfter und abgeklärter geworden und nähert sich immer mehr Zündels Vorstellung eines unprätentiösen Südalpenweins.

Unverändert ist dabei die Philosophie des Hauses geblieben: die Devise lautet «So wenig wie möglich und soviel wie nötig». Zündel arbeitet mit safteigenen Hefen, praktiziert teilweise die Ganzbeerenvergärung, extrahiert sehr vorsichtig und verschiebt den Säureabbau in den Frühling. Das Ergebnis sind authentische, unverwechselbare Weine, die keine dominierende Holznote aufweisen, da sie nur in alten Barriquefässern ausgebaut werden. Der im Barrique ausgebaute Orizzonte gehört dabei zu den gesuchtesten Botschaftern des Tessins. Gault Millau hat Christian Zündel auch für das Jahr 2025 zu den besten 150 Schweizer Winzern gewählt.

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