Beschreibung
Lage
Die in einer Süd-/Süd-/Westlage liegenden Rebhänge steigen hier mit bis zu 95 Prozent an. Die Klingenberger Weinberge sind durchzogen von den unter Denkmalschutz stehenden Trockenmauern, die den roten felsigen Boden am Schlossberg stützen. Drei Kilometer dieser Natursteinmauern verteilen sich auf einen Hektar, wie auf einen Hektar bei extremer Stockdichte ca. 13.000 Rebstöcke entfallen. Nur Handarbeit ist möglich, aufwändig und schwer.
Im Februar 2004 hat das Weingut drei besondere Parzellen erworben. Darunter das Kernstück der Grand-Cru-Lage Schlossberg, direkt unterhalb der Clingenburg gelegen, umrahmt von der fünf Meter hohen Stadtmauer. Der Weinberg besteht zum großen Teil aus alten Reben sowie aus dichten Neubepflanzungen bester Pinotklone.
Vinifikation
Besonders niedrige Erträge von 35 hl/ha, traditionelle burgundische Vinifikation, Vergärung in offenen Holzbottichen mit einem hohen Anteil Ganztrauben, teilweise bis zu 100%, Ausbau in Barriques
Weingut
Das Weingut Rudolf Fürst blickt auf eine lange Tradition zurück. Seit 1638 betreibt die Familie Fürst den Weinanbau. Mit Übernahme des Weingutes 1979 errichteten Paul und Monika Fürst am Rande des Ortes die heutigen Gutsgebäude. Der Besitz wurde Schritt für Schritt von 1,5 ha auf aktuell 21 ha erweitert, davon sind über 60% Spätburgunderreben.
Früh in den 80er war Paul Fürst und weitere namhafter deutscher Winzer im regen Erfahrungsaustausch mit großen Pinot Noir Weingütern im Ausland mit dem Ziel, Erkenntnisse zu gewinnen, um die Feinheiten des Spätburgunder optimal zur Geltung zu bringen. Diese Pionierarbeit begann ab 1989 erste Früchte zu tragen.
Im Jahr 2007 kam Sebastian Fürst in den Familienbetrieb. Sein Schwerpunkt liegt auf der ökologischen Ausrichtung des Weingutes, ein anderer auf der Durchführung eines burgundischen Ausbaustils, so zum Beispiel durch Ganztraubenvergärung. 2018 ging der Betrieb auf Sebastian und seine Frau Isabell über. Vater und Sohn arbeiten nach wie vor eng zusammen.
Bei der Arbeit im Weinberg steht eine aufwendige Pflege der Rebstöcke im Vordergrund. Traditionell werden die Weinberge mit selbst erzeugtem Kompost versorgt. Es wird gestaffelt und selektiv gelesen. Dies führt bei hoher Strahlungswärme des Bodens, hochwertigen Weinreben und sehr niedrigen Erträgen zu der Qualität, die die Weine national und international auszeichnet.
Das Weingut erhielt für seine Weine viele hochwertige Auszeichnungen. Paul wurde in 2003, Sebastian in 2018 jeweils zum deutschen Winzer des Jahres gewählt. Zudem wird es von Gault Millau mit der höchstmöglichen Bewertung von 5 Trauben geführt.